Paniers de pâturage : une solution efficace pour les chevaux atteints de dysrégulation de l’insuline ?

Fressbremsen auf der Weide: Eine wirksame Lösung für Pferde mit Insulindysregulation?

Eine neue Studie der University of Kentucky liefert interessante Erkenntnisse über den Einsatz von Fressbremsen bei Pferden mit Insulindysregulation (ID). Bereits seit Jahren werden Fressbremsen eingesetzt, um die Grasaufnahme zu begrenzen und Stoffwechselprobleme zu verhindern. Nun zeigen aktuelle Forschungsergebnisse, dass sie auch dazu beitragen können, Insulinspitzen auf der Weide deutlich zu reduzieren.

Warum eine Fressbremse verwenden?

Die Insulindysregulation gilt heute als einer der wichtigsten Risikofaktoren für endokrin bedingte Hufrehe. Besitzer von Pferden mit ID, Übergewicht oder einer Veranlagung zu Hufrehe suchen daher nach Möglichkeiten, die Aufnahme von Zucker aus dem Weidegras zu kontrollieren.

Laut einer landesweiten Umfrage in den USA unter 559 Pferdehaltern und Betriebsleitern aus 44 Bundesstaaten hatten mehr als 91 % der Befragten bereits eine Form der kontrollierten Beweidung eingesetzt. Die am häufigsten genutzten Methoden waren:

  • Fressbremsen (81,5 %)
  • Ausläufe ohne Grasbewuchs („Dry Lots“) (81,3 %)

Als Hauptgründe für den Einsatz von Fressbremsen wurden die Vorbeugung von Hufrehe und die Gewichtskontrolle genannt.

Bemerkenswert ist, dass die Mehrheit der Befragten Fressbremsen hinsichtlich des Tierwohls besser bewertete als andere restriktive Haltungsformen wie die Boxenhaltung, Dry Lots oder den Aufenthalt auf Reitplätzen. Die meisten Pferde trugen ihre Fressbremse im Frühjahr und Sommer zwischen 9 und 12 Stunden pro Tag.

Eine Studie zur Messung der Insulinreaktion

Um die tatsächlichen Auswirkungen von Fressbremsen auf den Stoffwechsel zu untersuchen, führte die Doktorandin Morgan Askins gemeinsam mit ihrem Forschungsteam eine Studie an Pferden mit diagnostizierter Insulindysregulation durch.

Die Untersuchung fand im Spätsommer 2025 statt und umfasste neun Pferde unterschiedlicher Rassen und Geschlechter mit einem Durchschnittsalter von 19 Jahren. Alle Pferde wiesen eine bestätigte Insulindysregulation auf, die mittels oralem Zuckertest nachgewiesen worden war. Zwei der Tiere litten zusätzlich an PPID (Pituitary Pars Intermedia Dysfunction, auch als Equines Cushing-Syndrom bekannt).

Verglichen wurden zwei Situationen:

  • Weidegang ohne Fressbremse
  • Weidegang mit Fressbremse

Jedes Pferd diente sowohl als Kontroll- als auch als Versuchsgruppe, wodurch die Aussagekraft der Ergebnisse erhöht werden konnte.

An den Untersuchungstagen wurden die Pferde über einen Zeitraum von zehn Stunden, von 9:00 bis 19:00 Uhr, überwacht. Blutproben wurden alle zwei Stunden entnommen, um folgende Parameter zu messen:

  • Insulinkonzentration im Blutplasma
  • Blutzuckerspiegel
  • Umwelt- und Weideparameter

Der Gehalt an nicht-strukturellen Kohlenhydraten (NSC) im Weidegras lag zwischen 6 % und 13,8 %, während die durchschnittliche Graslänge als optimal eingestuft wurde.

Besonders vielversprechende Ergebnisse

Die Studie zeigte deutliche Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.

Pferde ohne Fressbremse

Die Insulinkonzentrationen stiegen im Laufe des Tages kontinuierlich an, insbesondere zwischen 11:00 und 19:00 Uhr. Dieses Muster wird häufig bei Pferden beobachtet, die empfindlich auf die im Gras enthaltenen Zucker reagieren.

Pferde mit Fressbremse

Bei den Pferden mit Fressbremse sanken die Insulinwerte dagegen zwischen 9:00 und 11:00 Uhr und blieben anschließend den ganzen Tag über auf einem niedrigen und stabilen Niveau.

Mit anderen Worten: Die Begrenzung der Grasaufnahme durch eine Fressbremse führte zu einer signifikanten Verringerung der Insulinreaktion bei Pferden mit Insulindysregulation.

Welche Bedeutung haben diese Ergebnisse für Pferdehalter?

Die Studie bestätigt, dass Fressbremsen ein wertvolles Managementinstrument für stoffwechselgefährdete Pferde sein können.

Richtig eingesetzt, ermöglichen sie:

✅ weiterhin Zugang zur Weide und natürliche Bewegung

✅ eine reduzierte Aufnahme von zuckerreichem Gras

✅ die Begrenzung von Insulinspitzen, die mit einem erhöhten Hufreherisiko verbunden sind

✅ eine bessere Gewichtskontrolle bei übergewichtigen Pferden

Wichtig ist jedoch, dass die Fressbremse nicht als alleinige Lösung betrachtet wird. Sie sollte Teil eines umfassenden Managementkonzepts sein, das Folgendes einschließt:

  • regelmäßige tierärztliche Kontrollen
  • ein angepasstes Weidemanagement
  • eine ausgewogene Fütterung
  • ein geeignetes Bewegungsprogramm

Weitere Forschung erforderlich

Die Autoren der Studie betonen, dass zusätzliche Untersuchungen notwendig sind, um die Wirksamkeit von Fressbremsen unter unterschiedlichen Bedingungen besser zu verstehen. Interessante Forschungsansätze wären:

  • Weiden mit höheren Zuckergehalten
  • Vergleiche zwischen verschiedenen Jahreszeiten
  • Untersuchungen von Warm- und Kaltzeitgräsern
  • getrennte Analysen von Pferden mit Insulindysregulation und Pferden mit gleichzeitigem PPID

Trotz dieser Einschränkungen liefert die Studie überzeugende Hinweise darauf, dass Fressbremsen die Insulinreaktion bei Pferden mit Insulindysregulation wirksam reduzieren können.

Fazit

Fressbremsen wurden lange Zeit vor allem als Hilfsmittel zur Gewichtskontrolle angesehen. Die aktuellen Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass sie auch erhebliche stoffwechselbezogene Vorteile bieten können. Für Pferde mit Insulindysregulation und einem erhöhten Risiko für endokrin bedingte Hufrehe stellen sie eine praktische Möglichkeit dar, Weidegang und Wohlbefinden mit einer besseren Kontrolle der Zuckeraufnahme zu verbinden.

Eine erfreuliche Entwicklung für Pferdehalter, die die Gesundheit ihres Pferdes fördern möchten, ohne auf die Vorteile des Weidegangs verzichten zu müssen.


Quellen

  1. Nancy S. Loving, DVM. Research Evaluates the Prevalence and Efficacy of Grazing Muzzles for ID Horses, EquiManagement, 14. August 2026. Verfügbar unter: https://equimanagement.com/research-medical/metabolic/research-evaluates-the-prevalence-and-efficacy-of-grazing-muzzles-for-id-horses/

  2. Askins, Morgan J. Managing Dietary Nonstructural Carbohydrates in Insulin Dysregulated Horses: Pasture, Long-Stem Forage, and Restrictive Grazing Strategies (2026). University of Kentucky, Gluck Equine Research Center. Verfügbar unter: https://uknowledge.uky.edu/gluck_etds/74

  3. Askins, M.J., Harris, P.A., McClendon, M.E., Adams, A.A. Short-Term Effects of Grazing Muzzles on Insulin in Horses with Insulin Dysregulation out at Pasture. Journal of Equine Veterinary Science, 2026, Artikel 106095. DOI: https://doi.org/10.1016/j.jevs.2026.106095.

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