Piroplasmose bei Pferden: Die Risiken eines Zeckenbefalls verstehen
Die equine Piroplasmose, eine durch Zecken übertragene parasitäre Erkrankung, stellt ein bedeutendes Gesundheitsrisiko für Pferde dar, die auf Weiden gehalten werden. Eine kürzlich in der Region Auvergne‑Rhône‑Alpes durchgeführte Studie identifizierte die wichtigsten Risikofaktoren für Befall und Exposition und formulierte praktische Empfehlungen, um die Übertragung von Theileria equi und Babesia caballi, den beiden Erregern der Krankheit, zu begrenzen. Nachfolgend finden Sie eine klare und gut verständliche Zusammenfassung der Studienergebnisse, die auf den Equine Science and Innovation Days (JSIE) 2024 vorgestellt wurden.
Die Krankheit steht in engem Zusammenhang mit den Haltungsbedingungen. Die untersuchten Pferde waren überwiegend Kaltblüter, die den Großteil des Jahres auf der Weide verbrachten, in Gebieten, in denen Zecken zahlreich und aktiv sind. Diese Haltungsform, in der Region weit verbreitet, stellt einen wesentlichen Expositionsfaktor dar: längerer Kontakt mit Zecken, Nähe zu Wildtieren und gemeinsame Weidenutzung mit anderen Tierarten. Die Ergebnisse zeigen, dass Pferde unter diesen Bedingungen besonders stark den in der Studie identifizierten Zeckenarten ausgesetzt sind.
Die Reduzierung des Zeckenbefalls ist ein zentraler Bestandteil der Prävention. Die Studie betont, dass die Verringerung der Zeckenlast die erste Verteidigungslinie gegen die Piroplasmose darstellt. Zu den wichtigsten Empfehlungen gehören regelmäßiges manuelles Entfernen von Zecken, insbesondere an der Mähnenbasis, in den Achselfalten und an der Brust; das Vermeiden von Mischbeweidung mit Rindern, Schafen oder Ziegen; das Einzäunen von Risikoweiden, um den Zugang von Wildtieren zu begrenzen; die Umsetzung einer Weiderotation, insbesondere im Frühjahr und Herbst, wenn Zecken am aktivsten sind; sowie eine engmaschigere Überwachung junger Pferde, die häufiger mit B. caballi infiziert werden als erwachsene Tiere.
Die Prävention muss an den epidemiologischen Kontext angepasst werden. Die Strategien hängen von der Herkunft des Pferdes, seinem Alter, seiner Nutzung, seinen Bewegungen und den Zielen des Besitzers ab. Pferde, die in stark endemischen Gebieten geboren wurden, entwickeln häufig eine natürliche Immunität und werden asymptomatische Träger. In der Studie waren 50 % der Pferde positiv für T. equi und 15 % für B. caballi, aber nur 4 % hatten eine klinische Vorgeschichte. Pferde aus Gebieten mit geringer Parasitenbelastung sind anfälliger und müssen bei ihrer Einführung in Regionen mit hoher Parasitenzirkulation besonders sorgfältig überwacht werden.
Die Studie unterscheidet zwei Präventionsziele. Der gesundheitsorientierte Ansatz zielt darauf ab, schwere klinische Formen durch Überwachung, Zeckenentfernung und Weidemanagement zu begrenzen. Der wirtschaftliche Ansatz, insbesondere für den Export relevant, zielt darauf ab, negative PCR‑ und Serologieergebnisse zu erzielen. In diesem Fall muss die Prävention strenger sein, da selbst asymptomatische Träger problematisch sind.
Zecken stellen ein Risiko dar, das über die Piroplasmose hinausgeht. Auch wenn das Ziel nicht darin besteht, die Krankheit vollständig zu verhindern, bleibt die Zeckenkontrolle unerlässlich, da Zecken weitere equine und teilweise auch zoonotische Krankheitserreger übertragen können. Die Kontrolle des Zeckenbefalls ist daher ein umfassenderes Gesundheitsanliegen.
Diese Studie liefert wertvolle Erkenntnisse über die Risikofaktoren der equinen Piroplasmose in der Region Auvergne‑Rhône‑Alpes. Sie zeigt, dass das Zeckenmanagement zentral ist, dass die Haltungsbedingungen das Risiko stark beeinflussen, dass die Prävention an den epidemiologischen Kontext angepasst werden muss und dass junge Pferde sowie neu eingestellte Tiere besondere Aufmerksamkeit erfordern. Für Pferdebesitzer bedeutet dies, einen pragmatischen, regelmäßigen und kontextbezogenen Präventionsansatz zu verfolgen.
Quelle: equidee-piroplasmose-januar-2025.pdf
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