Vitamin E und equine Motoneuronerkrankung: Was die Studie wirklich zeigt
Die an der Cornell University durchgeführte Studie untersucht den Zusammenhang zwischen einem Vitamin‑E‑Mangel und dem Auftreten der Equine Motor Neuron Disease (EMND), einer neurodegenerativen Erkrankung des Pferdes, die in ihren Mechanismen bestimmten Formen der amyotrophen Lateralsklerose beim Menschen ähnelt. Die Forschenden wollten feststellen, ob ein langfristiger Vitamin‑E‑Mangel die Krankheit tatsächlich auslösen kann und nicht nur damit in Verbindung steht.
Dazu wurden elf Pferde mit bereits niedrigen Vitamin‑E‑Werten über mehrere Jahre hinweg beobachtet. Sie erhielten eine bewusst vitamin‑E‑arme Fütterung und hatten keinen Zugang zu frischem Gras. Die Studie berichtet, dass „zehn Pferde innerhalb von 44 Monaten nach ihrer Aufnahme EMND entwickelten“, während kein einziges Pferd der Kontrollgruppe, das normal gefüttert wurde, die Krankheit entwickelte.
Die Analysen zeigen einen deutlichen Rückgang der Vitamin‑E‑Plasmaspiegel: „Der mediane Rückgang zwischen Beginn und Ende der Studie betrug 82 %.“ Trotz dieses erheblichen Abfalls blieben die Werte anderer Antioxidantien (Vitamin A, C, Beta‑Carotin, GSH‑Px, SOD1) stabil, was die Annahme stärkt, dass Vitamin E eine zentrale Rolle beim Schutz der Motoneuronen spielt.
Die Pferde mit Vitamin‑E‑Mangel zeigten typische neurologische Läsionen, die histopathologisch bestätigt wurden: Degeneration der Motoneuronen, Muskelatrophie und Veränderungen der Netzhaut, die mit dem Mangel zusammenhängen. Diese Läsionen werden als „bemerkenswert ähnlich zu denen beschrieben, die bei der progressiven spinalen Muskelatrophie des Menschen beobachtet werden“.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass ein chronischer Vitamin‑E‑Mangel ein wesentlicher ursächlicher Faktor für die Entwicklung von EMND ist. Sie hebt die Bedeutung von Weidegang, der Qualität des Raufutters und einer geeigneten Supplementierung hervor, um diese schwere Erkrankung zu verhindern – insbesondere bei Pferden, die in Boxen gehalten werden oder nährstoffarmes Heu erhalten.
Quelle: Vitamin E deficiency and risk of equine motor neuron disease – PMC
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